Gemeinderat beschließt neues Nutzungskonzept für KOP
Der Gemeinderat am Montag, 18. Mai, hat einstimmig dem neuen inhaltlichen Nutzungskonzept für den Karl-Olga-Park (KOP) zugestimmt. Damit stellt die Stadt die Weichen für eine umfassende sozialräumliche Entwicklung des rund 3,2 Hektar großen Areals.

Das inhaltliche Nutzungskonzept sieht vor, das gesamte Gelände zwischen Ehlersstraße und Löwentaler Straße inhaltlich miteinander zu verknüpfen und sozialräumlich neu zu denken. Während der historische Bestand des derzeitigen Gebäudes des Karl-Olga-Hauses (KOH) erhalten, saniert und umgenutzt werden soll, soll auf dem südlichen Grundstück an der Löwentaler Straße ein Neubau entstehen, in welchem künftig das Pflegeheim untergebracht wird. Der weitläufige Park mit seinem alten Baumbestand im Zentrum des Areals soll Teil des Gesamtkonzepts sein.
„Es geht jetzt um eine Grundsatzentscheidung unter Berücksichtigung der begrenzten finanziellen und personellen Ressourcen“, betonte Erster Bürgermeister Andreas Hein. „Mit dem Nutzungskonzept beantworten wir die Frage, wie wir das Karl-Olga-Haus vor dem Hintergrund der Veränderungen in der stationären Pflege aufstellen und gleichzeitig eine möglichst lange Teilhabe und Selbständigkeit im Alter ermöglichen.“
Neue Planung für Leben, Wohnen und Pflege
Der Gemeinderat hat die Verwaltung nun beauftragt, die Pläne detailliert auszuarbeiten und die nächsten Schritte vorzubereiten. Damit ist auch klar, dass die Verwaltung die bisherigen Planungen für das Areal nicht weiterverfolgt. Gegen den bisherigen Bebauungsplan wurde 2023 ein Normenkontrollverfahren eingereicht – ein rechtliches Risiko, das die Umsetzung der Planung verhindern könnte. Außerdem hat eine Wirtschaftlichkeitsberechnung ergeben, dass eine Vergabe auf Basis der bisherigen Planung zu unwirtschaftlichen Ergebnissen geführt hätte. „Kurz: Wir haben das Areal ganzheitlich neu betrachtet und berücksichtigen einen Neubau wie auch die Sanierung und Weiternutzung des Bestandsgebäudes in einem in sich stimmigen Gesamtkonzept und schaffen einen sozialen Raum Leben, Wohnen und Pflege“, so Hein.
Neubau bietet Pflege und Wohnen mit Service
Die Verwaltung soll nun unter anderem prüfen, wie der Neubau eines Gebäudes für Wohnen mit Service und ein Pflegeheim auf dem südlichen Grundstück sowie die Sanierung des Bestandsgebäudes an die Zeppelin Wohlfahrt GmbH übertragen werden kann. Das Stiftungsunternehmen soll dabei in Abstimmung mit der Verwaltung auch ein Konzept zur Nachnutzung des historischen Baus entwickeln.
In den beiden Neubaugebäuden könnten insgesamt 90 stationäre Pflegeplätze und 15 Tagespflegeplätze, eine Sozialstation (ambulanter Pflegedienst) sowie 52 Wohneinheiten für „Wohnen mit Service“ entstehen.
Das historische Bestandsgebäude bleibt als Identifikationspunkt für die Bürger erhalten. Nach der Sanierung soll das Erdgeschoss sozialen Zwecken dienen; hier könnten die offene Altenhilfe, ein Familientreff oder Vereinsräume einziehen. In den oberen Stockwerken plant die Stadt geförderte Wohnungen, die unter anderem Mitarbeitenden des Pflegebereichs oder auch Azubis zugutekommen könnten.
Betrieb des Pflegeheims durch erfahrenen Partner
Um den Pflegebetrieb im Karl-Olga-Haus auch langfristig wirtschaftlich zu stabilisieren, wurde die Verwaltung außerdem beauftragt, die Suche nach einem externen Dienstleister einzuleiten. Der Betrieb soll im Rahmen eines sogenannten Hilfspersonenvertrags vergeben werden. Da der Betrieb des Hauses fest in der Satzung der Zeppelin-Stiftung verankert ist, behält die Stiftung weiterhin die rechtliche Hoheit. Christof König, Leiter des Karl-Olga-Hauses, sieht in diesem Modell eine Zukunftssicherung für den bestehenden Pflegeheimbetrieb: „Das Grundstück ist ein Glücksfall – mit dem Park in der Mitte, mit der Lage und den Möglichkeiten und seinem Potenzial gerade für die ältere Bevölkerung: Zwischen Zuhause und Heim gibt es noch so viele Facetten.“ Wichtig sei dabei auch, dass jede Planung die Kostenrichtwerte und Deckelungsgrenzen berücksichtige, damit Pflegeplätze auch finanzierbar bleiben. „Das sehen wir in dieser inhaltlichen Planung erfüllt.“ Besonderen Wert legt König auf die soziale Sicherheit der Beschäftigten: Alle aktuellen Mitarbeitenden des Karl-Olga-Hauses sollen vom neuen Betreiber übernommen werden, darauf werde die Verwaltung bei der Ausschreibung des Betriebs in Form einer Dienstleistungskonzession achten.
Weitere Informationen und alle Vorlagen zu den aktuellen öffentlichen Sitzungen des Gemeinderates und der Ausschüsse sind zu finden unter www.sitzungsdienst.friedrichshafen.de.