Donnerstag, 29. Juli 2021

Unfallkommission: Weniger Unfälle mit Radfahrern

Zu hohe Geschwindigkeit, Unaufmerksamkeit, fehlender Überblick – jedes Jahr kommt es auf den Straßen in Friedrichshafen zu Verkehrsunfällen.

Dort, wo sich Unfälle häufen, nimmt die Unfallkommission mit Vertretern des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung, des Stadtbauamtes, der Polizei, des Regierungspräsidiums und des Straßenbauamtes des Landratsamtes die Stellen unter die Lupe.

Die Unfallstatistik macht deutlich: 2020 lag die Zahl der Unfallhäufungsstellen, also der Stellen, an denen sich besonders viele oder schwere Unfälle ereignen, bei zehn Stellen. Dabei wurde ersichtlich, dass es weniger Unfälle mit Radfahrbeteiligung gibt als im Vorjahr. Dies kann aber auch auf das besondere Jahr 2020 in Bezug auf die Ausgangssperren und das Leben mit Corona zurückzuführen sein.

Aufgabe und Ziel der Unfallkommission ist es, Unfallschwerpunkte zu erkennen, diese auszuwerten und geeignete Maßnahmen zu treffen, um diese Schwerpunkte zu entschärfen und so die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer zu verbessern. Um dies festzustellen, erfasst und wertet die Polizei die Verkehrsunfälle aus. Einberufen wird die Unfallkommission einmal pro Jahr von der zuständigen Straßenverkehrsbehörde im Amt für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung.

In der Sitzung der Kommission analysieren die Fachleute gemeinsam anhand der Unfalldaten, Ursache und Hergang der Unfälle, prüfen die Situation und beraten, ob durch straßenbautechnische und verkehrsrechtliche Maßnahmen der Unfallschwerpunkt entschärft werden kann. Die beschlossenen Maßnahmen werden mit hoher Priorität von der Verkehrsabteilung des Amtes für Bürgerservice, Sicherheit und Ordnung und den jeweiligen Straßenbaubehörden umgesetzt.

Folgende Abschnitte gelten 2020 als Unfallhäufungsstellen:

Kreisverkehr Riedleparkstraße / Charlottenstraße / Eugenstraße: Es handelt sich um einen sehr belebten Kreisel. 2020 gab es vier Verkehrsunfälle wegen Nichtbeachtens der Vorfahrt. In diesem Bereich fahren sehr viele Zweiräder und es herrscht ganztags sehr viel Verkehr. Mit der Gesamtfreigabe der B 31 neu ist eine Verkehrsberuhigung im Bereich Hofen geplant. Die Kommission entschied, das Unfallvorkommen weiter zu beobachten.

Maybachplatz/Radunterführung: In diesem Bereich wurden von der Polizei zahlreiche Unfälle aufgenommen. Ein Grund für die Häufigkeit der Unfälle sieht die Kommission in den komplexen Verkehrsbeziehungen. 2020 wurde ein Unfall registriert. Die Maßnahmen der letzten Jahre zeigen Wirkung. Grundsätzlich wird sich auch hier mit der Gesamtfreigabe der B 31 neu die Verkehrsbelastung verändern. Im Bereich Maybachstraße sind Provisorien geplant. Zudem soll die Radfahrerlenkung auf der Fahrbahn diskutiert werden.

Kreisel Eugenstraße/Olgastraße: Der Kreisel besteht seit nunmehr zwei Jahren. Es wurden Ampelmasten abgebaut. Markierungsarbeiten stehen noch aus. Diese könnten zu einer weiteren Verbesserung der Verkehrssituation vor Ort führen.

Flugplatzstraße/Barbarossastraße: In den Jahren 2018 bis 2020 wurden an dieser Stelle zehn Unfälle aufgenommen, die jedoch nicht eindeutig einer Problematik zuzuordnen sind. Es waren überwiegend Unfälle mit Radfahrern. Die Prüfung durch die Verkehrsschau ergab, dass die Sichtbeziehungen in den Kreisverkehr durch die Demontage von gesetzlich überflüssigen Verkehrszeichen für den Fußgängerüberweg verbessert werden.

Kreuzung Hirschlatter Straße/Habratsweiler Straße: 2020 wurden an dem vielbefahrenen Knotenpunkt vier Unfälle registriert. Zu erkennen ist auch, dass dort sehr viele Radler und Pedelec-Fahrer unterwegs sind. Die Verkehrsschau ergab, dass die Beschilderung ausreichend ist. Die Roteinfärbung der Fahrradfuhrt soll verstärkt und durch Piktogramme ergänzt werden.

Unter Beobachtung

Vorbeugend betrachtet wurden von der Unfallkommission auch Örtlichkeiten, die derzeit nicht als Unfallhäufungsstellen bezeichnet werden können. Sie weisen aber auffällige Unfallhergänge auf, die sich zu Unfallhäufungsstellen entwickeln könnten.

Bodenseestraße/Solarstraße/Neulandsstraße: Von 2018 bis 2020 wurden sechs Unfälle registriert. Meist kam es zu Unfällen, weil Linksabbieger von der Äußeren Ailinger Straße Radfahrer übersehen hatten. 2021 gab es bisher keine Unfälle. Die Kommission wird die Situation weiter beobachten, um gegebenenfalls kurzfristig Maßnahmen ergreifen zu können.

Parkplatz Eckenerstraße: Zwischen 2018 und 2020 gab es vier Unfälle, bei dem die Radfahrer von linkseinbiegenden Fahrzeugen übersehen wurden. Dort herrscht ein hohes Aufkommen an Radlern, da die Hauptroute des Bodenseeradweges entlang der Eckenerstraße führt. Die Entwicklung des Unfallgeschehens wird weiter beobachtet.

Stadt, Polizei und Unfallkommission werden die Verkehrssituation in Friedrichshafen weiterhin aufmerksam im Auge behalten und in dringenden Fällen auch kurzfristig nach einer Lösung suchen.